Es war Mitte der 90er Jahre, als mein Herz voller Stolz und meine Hände vom jungen Ehrgeiz zitterten.
- Ich war ein kleiner Lkw-Fahrer, frisch im Besitz meines Führerscheins Klasse 2, der mir das Tor zu einer neuen Welt öffnete und mich zugleich mit Sehnsucht und Aufregung fluten ließ.
- In Wassenberg, in unserer winzigen Wohnung, lebte ich mit meiner Frau und unserem Kind in einer Dreizimmerwohnung.
- Ich dachte an ihre Gesichter beim Frühstück, an ihr Lachen, das durch die Räume hallte – und ich wusste, dass ich nun die Kraft und Verantwortung hatte, unsere Familie selbstständig zu ernähren.
Damals war ich unfassbar stolz auf mich, auch wenn die Sorgen einer Vater- und Pflicht als Ehemann mich begleiteten wie Schatten.
- Mein Name ist Jakob Diener, ich bin nicht nur freiberuflicher Redakteur und Journalist, sondern auch Berufskraftfahrer und Kraftverkehrsmeister.
“Allein auf dem Weg – Frühstück bei meinen Eltern”
- An diesem Morgen waren meine Frau und mein Kind bei ihrer Schwester.
- Es war still in unserem Zuhause.
Ich setzte mich ans Steuer meines PKW, prüfte nochmal meinen gerade frisch bekommenen Lappen – meinen Führerschein – und fuhr zu meinen Eltern zum Frühstück.
- Dieses einfache Zusammensein fühlte sich an wie ein letzter Moment der Ruhe vor dem Sturm.
- Ich war nervös, doch gleichzeitig voller Zuversicht.
“Lanaken in Belgien – Der Ort, der mich in die große weite Welt führte”
- Nach dem Frühstück machte ich mich auf den Weg nach Lanaken, einem belgischen Städtchen in der Provinz Limburg, nicht weit von der Grenze zu den Niederlanden und nur etwa 45 Kilometer von Aachen entfernt.
- In den 90er Jahren lebten dort kaum große Industriezentren, doch die Lage am Rande der Grenze machte Lanaken zu einem lebendigen Dreh- und Angelpunkt für den internationalen Straßenverkehr.
Als ich auf dem Firmengelände ausstieg, sah ich eine Reihe prächtiger Pegaso-Lastwagen um den kleinen Container stehen, in dem sich das Büro befand, und mein Herz schlug schneller.

- Ich trat hinein, stellte mich vor und sprach offen über meine Erfahrung – nicht gelogen, denn mit meinem PKW und dem Camper war ich oft und gern durch die Niederlande gefahren.
Der Juniorchef Frank bescheinigte mir genügend Mut und Bereitschaft, und während er die Papiere vorbereitete, lernte ich, was ein CMR-Dokument ist:

- Ein internationales Frachtpapier, das bei grenzüberschreitendem Güterverkehr verwendet wird, um Ladung, Rechte und Pflichten zwischen Absender, Frachtführer und Empfänger klar zu regeln und rechtlich abzusichern, bevor die schweren Lasten über Grenzen rollen.
- Frank gab mir auch 500 Französische Franc mit auf den Weg – damals rund **75 D-Mark wert –, zusammen mit DKV- und UTA-Karten zum Tanken und für die Maut.
“Erstes Mal im Führerhaus – Moderne Technik und Respekt vor der Maschine”
- Wir gingen auf den Platz, wo die Fahrzeuge standen, und statt des ältesten Lkw zeigte Frank auf einen kräftigen Zug mit einer Doppel-H-Schaltung mit Untersetzung – einem Getriebe, bei dem es zwei Reihen von Gängen gab:
- Eine normale H-Reihe und eine Untersetzungsreihe, die bei schweren Lasten und schwierigen Straßenverhältnissen zusätzlichen Kraftschluss und feinere Gangwahl ermöglicht.
Als ich den Zündschlüssel drehte und hunderte bunter Lichter im Cockpit aufflackerten, blieb mir fast das Herz stehen – es war das erste Mal, dass ich ein so modernes Führerhaus von innen sah.

- Ich wurde gebeten, zur Fahrerseite zu klettern, und wir fuhren zusammen zum Aufsatteln des Sattelaufliegers.
- Ein Vorgang, bei dem der Lkw exakt und sicher mit dem Auflieger verbunden wird, damit sichergestellt ist, dass die 40 Tonnen Gesamtgewicht korrekt angetreten und die Kräfte auf der Straße gleichmäßig verteilt sind.
“Fahrzeugkontrolle – Pflicht, die Leben schützt”
- Bevor ich mich auf die Autobahn wagte, führte ich eine gründliche Fahrzeugkontrolle durch.
- Das bedeutete, alle Lampen zu prüfen – vom Scheinwerfer vorne über die Rücklichter bis hin zu den Bremsleuchten –, den Reifendruck zu kontrollieren, die Bremsen zu hören, die Verbindung zwischen Zugmaschine und Auflieger zu überprüfen und sicherzustellen, dass jedes System einsatzbereit war.
- Diese Kontrolle war nicht nur Formalität, sondern ein Moment, der darüber entscheiden konnte, ob ich heil und sicher weiterfahren würde.
“Erste große Etappe – Nach Aachen und Düsseldorf”
- Mit dem kompletten 40-Tonnen-Gesamtgewicht setzte ich mich in Bewegung und fuhr zurück zur Autobahn, die von Lanaken nach Aachen führte – eine Distanz von knapp 45 Kilometer und etwa 60 Minuten Fahrzeit.
- Über die deutschen Autobahnen setzte ich mein Ziel Richtung Düsseldorf Großmarkt fort, wo ich 24 Tonnen Düsseldorfer Altbier laden sollte, das bis nach Barcelona transportiert werden musste.

- Die Entfernung zwischen Düsseldorf und Aachen beträgt etwa 79 Kilometer, wobei der schnellste Weg über Bundesstraßen und die A44.
“Von Düsseldorf nach Barcelona – Die große Strecke”
- Die längste Etappe meiner Reise begann in Düsseldorf.
”Die Strecke bis nach Barcelona.”
- Die Route war rund 1.390 Kilometer lang und würde mich über Luxemburg, durch Frankreich und schließlich in den sonnigen Norden Spaniens führen.
- Als Fernfahrer mit einer schweren Ladung fuhr ich diese Strecke mit einer realistischen Fahrzeit von über 15 Stunden reiner Fahrzeit, bevor meine Pausen und Ruhezeiten berücksichtigt wurden.
“Zwischenstopp in Luxemburg und Tanken in Wasserbillig”

- Bevor ich die Pyrenäen durchquerte, fuhr ich Richtung Luxemburg und Wasserbillig, um dort meine Tanks zu füllen:
- Mein Lkw hatte zwei Dieseltanks mit einer Gesamtkapazität von ungefähr 1.000 Litern, und trotz der riesigen Schläuche und starken Durchflussmengen war der Tankvorgang relativ schnell erledigt.
- Danach studierte ich meine Straßenkarte von Frankreich und markierte mir die Route zur spanischen Grenze bei La Jonquera, einem katalanischen Ort in der Provinz Girona, nur etwa 57 Kilometer nördlich von Girona, der seit jeher ein strategischer Grenzübergang zwischen Frankreich und Spanien ist, bevor ich wieder auf die Autobahn rollte.
“Pausenzeiten und Pflicht zur Erholung”
- Auf solchen langen Fahrten muss ein Fernfahrer nach spätestens vier ein halb Stunden Lenkzeit eine Pause von mindestens 45 Minuten machen, bevor er weitere vier ein halb Stunden fahren darf – ein Gesetz, das damals wie heute galt, um Sicherheit und Konzentration zu gewährleisten.
- Zusätzlich durfte man innerhalb von 24 Stunden nicht mehr als 9 bis 10 Stunden Lenkzeit ohne ausreichende Ruhepausen am Stück leisten.
“La Jonquera – Die Grenze und eine unerwartete Szene”
- Nach vielen Stunden Fahrt erreichte ich La Jonquera.
- Ich entschied mich, dort eine Pause einzulegen und ging mit einigen Kolleginnen und Kollegen in eine kleine Bar.
Mir fiel sofort der Dreck vor der Theke auf – Holzspäne, die Wasser und Regen aufnahmen, weil es in La Jonquera oft regnete, und Zigarettenreste von Fahrern, die auf dem Boden ausgetreten wurden.

- Es war ein kleiner Kulturschock, doch das Lachen meiner Kollegen machte die Atmosphäre warm und vertraut.
Kurz zuvor hatte uns ein Zollagent geholfen, unsere Unterlagen zu verzollen.
- Diese Spezialisten kennen sich mit den internationalen Zollformalitäten aus und sorgen dafür, dass Waren und Dokumente korrekt abgefertigt werden, bevor ein Lastzug in ein neues Land einreist – eine Aufgabe, die genauso wichtig ist wie jede mechanische Kontrolle.
“Letzte Etappe – Barcelona und das Meer”
- Ich fuhr über die spanische Autopista AP-7, die entlang der Mittelmeerküste verläuft und mich nach Barcelona brachte.
- Dort, am Großmarkt, half mir eine Kollegin beim Entladen, denn mein Spanisch war ehrlich gesagt rudimentär.

Und was ich sehr schnell gelernt habe ist die Tatsache, dass man in Spanien mit Englisch verloren ist.
- Und doch – der Duft des Mittelmeers, die Hitze und das Gefühl, diesen riesigen Weg gemeistert zu haben, ließ mich atemlos vor Glück zurückblicken.
“Die Zahlen – Gesamt-Strecken, Fahrzeiten und Eindrücke”
- Von Düsseldorf bis Barcelona waren es rund 1.390 Kilometer, mit einer Fahrzeit von über 15 Stunden als schwer beladener 40-Tonner.
- Die Etappen über Luxemburg und Frankreich bis nach La Jonquera beanspruchten ebenfalls viele Stunden realer Lenk- und Arbeitszeit, mit Pausen und Erholungszeiten.
- Die Strecke von Lanaken nach Aachen war 45 Kilometer lang und nahm etwa eine Stunde in Anspruch, bevor ich weiter in Richtung Großmarkt Düsseldorf rollte.










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Mir ist, als ob ich der Fahrer in männlicher Gestalt bin.
Ja, es war mal ein Traum von mir, auch als LKW Fahrerin zu arbeiten.
Ja, und dann habe ich den Geruch von frischen Brötchen und Brot geschnuppert.
Da begann ein anderer Lebensweg.