”Eine romantische und stressige Odyssee auf 12 Rädern”
- Es war Mitte der 90er Jahre, als mich der Ruf nach Casablanca erreichte – Casablanca, diese magische Stadt am Atlantik, die wie ein ferner Traum aus dem berühmten Film lockte, voller Exotik und Abenteuer, und doch lag sie Tausende Kilometer entfernt von meinem Alltag als LKW-Fahrer im Rheinland.
- Wie geil war das denn, dachte ich mir, als die Order kam:
”24 Tonnen Gemüse und Obst aus dem Großraum Düsseldorf sollten in einen Kühl-LKW geladen werden, der mit 40 Tonnen Gesamtgewicht gen Süden rollen würde”
- Mein Name ist Jakob Diener, ich bin nicht nur freiberuflicher Redakteur und Journalist, sondern auch Berufskraftfahrer und Kraftverkehrsmeister.
”Die romantische Vorstellung von endlosen Straßen, fremden Ländern und der Überraschung am Ziel mischte sich sofort mit dem Stress der Vorbereitung, denn ein solcher Trip bedeutete nicht nur Kilometer, sondern auch strenge Regeln, schwere Last und unzählige Stunden hinter dem Steuer”
Der nächtliche Ladevorgang im Düsseldorfer Großmarkt
- Der nächtliche Ladevorgang im Düsseldorfer Großmarkt begann wie immer um vier Uhr morgens, als die Hallen noch im kalten Neonlicht flimmerten und die Luft nach frischem Obst und Diesel roch.
- Mit geübten Handgriffen wurde der Kühlauflieger beladen, Kiste um Kiste, bis das Gesamtgewicht die 40 Tonnen erreichte – eine schwere, aber vertraute Routine, die den Puls beschleunigte, weil jede Verzögerung den ganzen Zeitplan durcheinander bringen könnte.
”Nach dem Laden fuhr ich kurz noch zu Hause in Lierenfeld vorbei, um Lebensmittel für die lange Fahrt abzuholen, ein letzter Moment der Normalität, bevor der Motor wieder brummte und die Straße rief”
- Der Stress der Uhr tickte schon, denn die Nacht war kurz und der Weg weit.
“Der Start auf die lange Reise durch Europa”
- Auf der Autobahn von Lierenfeld ging es dann los über die A44 in Richtung Aachen, weiter nach Lüttich und Mons in Belgien, durch die französischen Weiten über Paris, Orléans, Tours und Poitiers, vorbei an La Vergne, auf die A10 gen Süden vorbei an Bona’me und La Chapelle.
- Das Autobahndreieck Les Écuries du Plantis führte uns weiter, und plötzlich tauchte die romantische Stadt Mouret auf, deren Lichter in der Dämmerung wie ein Versprechen von Abenteuer wirkten – ein kurzer Hauch von Poesie inmitten des Drucks.
”Mit einem kurzen Zwischenstopp auf der Rastanlage Aire de l’Estalot, wo der Kaffee dampfte und die Beine sich strecken konnten, tankte ich neue Kraft, bevor es über die Nationale 15 und die A63 in Richtung Labouheyre und schließlich Bayonne ging”
- Die komplette Fahrt von Düsseldorf bis nach Bayonne maß stolze 1238 Kilometer, und mit dem schwer beladenen 40-Tonnen-Kühl-LKW bei einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von maximal 80 bis 90 Stundenkilometern ergab sich eine reine Fahrzeit von etwa 14,5 Stunden.
”Doch alle vier Stunden musste eine Pause eingelegt werden, um die Müdigkeit zu vertreiben, und alle zehn Stunden folgte eine ausgedehnte 9-Stunden-Rast – Regelungen, die den Stress ins Unermessliche steigerten, während die romantischen Landschaften Frankreichs wie ein Kontrastprogramm vorbeigezogen sind”
- Unzählige Rastanlagen säumten den Weg, von den grünen Oasen der A10 bis zu den ruhigen Plätzen der A63, wo man kurz die Seele baumeln lassen konnte, bevor der Motor wieder ansprang.
“Durch Spanien bis zur Fähre in Tarifa”
- Von Bayonne aus setzte sich die Reise fort in Richtung Burgos, Aranda de Duero und Madrid, vorbei an Granada hin zu Malaga, Marbella und schließlich Tarifa.
- Hier auf den spanischen Autobahnen wie der A1 und später der A4, A45 sowie der A7 wechselten sich endlose Ebenen mit bergigen Abschnitten ab, und der Stress wuchs mit jeder Kurve unter der schweren Last des Kühl-LKWs.
”Die Nationalstraßen ergänzten die Strecke, wo der Verkehr enger wurde und jede Überholung zur Herausforderung”
- In Tarifa musste ich leider warten, bis die nächste Fähre eintraf, die mich dann über die Meerenge nach Tanger setzte – eine Stunde auf dem Wasser, die romantisch wie ein Film wirkte, mit dem Blick auf Afrika, doch der Stress der Wartezeit und der Ungewissheit nagte an den Nerven.
- Die gesamte Route von Düsseldorf über Aachen zur spanischen Grenze bei Irun und weiter bis Tarifa umfasste rund 2390 Kilometer reiner Fahrstrecke, inklusive der 1238 Kilometer bis Bayonne und der rund 1154 Kilometer durch Spanien.
- Mit den Pausen alle vier Stunden und den 9-Stunden-Rasten alle zehn Stunden dehnte sich die pure Fahrzeit von etwa 28 Stunden auf mehrere anstrengende Tage aus, eine echte Prüfung für Körper und Geist.
“Die letzte Etappe nach Casablanca in Marokko”
- Über die A5 in Marokko ging es dann weiter in Richtung Rabat und schließlich Casablanca, wo der Kühler komplett entladen wurde und ich auf die nächste Ladung wartete – was genau geladen werden sollte, wusste ich noch nicht, und genau diese Überraschung machte den Moment so spannend und romantisch zugleich.
- Der Stress der langen Reise löste sich ein wenig in der fremden Atmosphäre auf, während der Kühl-LKW leer stand und die Lichter der Stadt wie ein Willkommensgruß funkelten.
”Die letzten rund 340 Kilometer von Tanger über Rabat nach Casablanca auf der A5 und den anschließenden Verbindungen fügten sich nahtlos ein, sodass die komplette Strecke von Düsseldorf bis Casablanca etwa 2730 Kilometer betrug”
- Mit allen vorgeschriebenen Pausen und den strengen Ruhezeiten für den 40-Tonnen-Kühl-LKW wurde aus der reinen Fahrzeit von ungefähr 32 Stunden eine mehrtägige Odyssee voller Kontraste.
- Es war eine Tour, die durch unzählige Rastanlagen entlang der A44, A1, A10, A63 in Frankreich, der spanischen A1, A4, A45, A7 und der marokkanischen A5 geprägt war, und doch durchzogen von romantischen Augenblicken, die die Seele berührten.
”Casablanca hatte mich gerufen, und ich war angekommen – erschöpft, aber erfüllt von einer Geschichte, die man nur auf der Straße erlebt”









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